Wenn man mein Rezepte-Repertoire ein bisschen durchstöbert, stößt man "des Öfteren", vor allem in der Rubrik "Frühstück" auf die verschiedensten Porridge-Variationen. Ich schwöre euch, wenn es für LeserInnen nicht echt langweilig sein würde, dann hätte ich 365 verschiedene Porridge-Ideen fürs ganze Jahr. 

Aber gut, ich werde euch verschonen. Deswegen gibt es heute auch kein neues Rezept, sondern eine kleine, persönliche Liste mit Gründen, warum Porridge unglaublich wertvoll und nahrhaft ist. 

1. Es ist ein wahnsinnig einfaches und kostengünstiges Gericht ohne viel Zeitaufwand.

Denn das Einzige, was zu tun ist, ist ein bisschen Wasser erhitzen, Haferflocken einrühren, aufquellen lassen, verfeinern - et voilà! Und wenn man morgens dennoch keine Zeit dafür hat, weil man lieber schön aussehen möchte und die Zeit lieber im Badezimmer verbringt - auch gut (Wobei, Schönheit kommt ja doch von innen.), dann kann man die Haferflocken schon am Abend davor vorbereiten, also einweichen. Wenn da auch keine Zeit bleibt, weil man damit beschäftigt ist, eine Pizza zu bestellen, dann kann man einen 3-Tage-Vorrat an Haferflocken im Kühlschrank bereitstellen. Und wenn es dann am Platz im Kühlschrank scheitert, dann.... 

.... nutze die Zeit in der Früh sinnvoll und stell dich an der Supermarkt-Kasse 10 Minuten lang an, um dir ein fertiges Sandwich zu kaufen. Den Kaffee nicht vergessen! Es geht nichts über einen kleinen Koffein-Boost am Morgen. Wer braucht denn da noch Porridge?! 

2. Porridge ist bunt und sooo vielseitig! Du kannst durch die verschiedensten Toppings jeden Tag in eine neue Geschmackswelt eintauchen (2a. Porridge macht poetisch!). Es kommt sogar noch besser: Jedes dieser Toppings liefert dir und deinem Vitamin- und Nährstoffhaushalt einen Mehrwert, wenn du von jedem ein bisschen etwas verwendest. 

Das ist wahre Magie!! 

Hier ein paar Vorschläge

  • Als erstes natürlich: Die Haferflocken.
  • Die glutenfreien Flocken enthalten wahnsinnig viele Kohlenhydrate und Ballaststoffe, welche dich gesund und vor allem lange satt halten! Ein für alle Mal: Kohlenhydrate sind NICHT schlecht!!!! Wenn ich das schon höre, stellt's mir alles auf. Der Körper braucht die richtigen Fette, Proteine UND Kohlenhydrate in angemessenen Mengen, um die aufgenommenen Lebensmittel richtig verwerten zu können. Haferflocken sind auch eine gute Mahlzeit vor dem Laufen, bzw. anderen Ausdauersportarten, da sie unheimlich viel Energie liefern. Für das Yoga natürlich auch... Und auch an alle da draußen, die meinen, mit einer Überdosis Protein kann man auch ohne Kohlenhydrate die Muckis so richtig schön aufpumpen, denen sei eins gesagt: Wenn zu wenig Kohlenhydrate zugeführt werden, baut der Körper - dumm ist er ja nicht - die Proteine in Energie um. Wie er das macht? Er bedient sich der Muskelmasse. Warum viele Diätformen trotzdem darauf schwören? Weil man an Körpergewicht verliert. Was dabei oft verschwiegen wird, ist, dass es nicht die Fettpölsterchen sind, die sich vertschüssen, sondern die Muskelmasse. 
  • Nüsse und Kerne: Mandeln, Walnüsse, Cashew-Kerne, Erdnüsse, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne,...

Warum? Fett ist nicht gleich Fett! Fette aus Nüssen gewonnen bestehen meist aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, also aus den "guten" Fetten, die einem helfen können, einen hohen Cholesterinspiegel zu senken. Ich mag Nussbutter, vor allem Erdnussbutter besonders gerne, da sie das Porridge so richtig schön cremig machen und den Geschmack perfekt abrunden, ohne dominant zu sein. Ein Teelöffel genügt allerdings, wir wollen ja nicht übertreiben; vor allem Erdnussbutter ist sehr fettig. Allerdings enthält sie viel Vitamin E und auch Proteine! Nahrung fürs Sixpack, und das schon am Morgen! 

  • Nussöle oder Nussbutter: Erdnussbutter, Mandelmus, Tahina, Leindotteröl (Omega 3!!), Hanföl (besser als Kaffee zum Pushen! ;) ),... Infos zu Fetten siehe oben. 
  • Leinsamen für die Ballaststoffzufuhr  
  • Datteln, Rosinen, getrocknete Früchte: Sind die besseren Süßmacher, denn sie enthalten von Natur aus (Frucht)zucker. Da sieht der Industriezucker blass dagegen aus (und der braune auch). Zucker ist so eine Sache. Es ist kaum möglich, sich zuckerfrei zu ernähren, wenn man gerne auswärts isst oder verarbeitete Produkte kauft, da in den meisten Gerichten Zucker zugesetzt wird, wo man es nicht weiß, bzw. sich es gar nicht vorstellen kann. Es ist halt doch wie eine Droge. Zucker macht abhängig und das nutzt die Lebensmittelindustrie in vollen Zügen aus. Deswegen bin ich überzeugter Gegner der fertigen Müslis und Cornflakes. Denn egal, ob es eine Bio-Marke ist oder nicht, Zucker enthalten fast alle - im Übermaß! 

Ok, Moralpredigt beendet. Vorerst. 

  • Obst: Am besten saisonales und wenn möglich, regionales Obst verwenden, dann wird es auch nicht langweilig. Und wenn du dennoch im Winter einmal Lust auf etwas Anderes außer Äpfel und Birnen hast, gönn dir ein Sackerl Tiefkühl-Himbeeren. Die sind schön säuerlich und wahnsinnig fruchtig UND bringen Farbe in dein Frühstück. Noch besser wäre es natürlich, wenn du im Sommer daran gedacht hast und dir ein paar selbstgepflückte Erdbeeren vom Sommer, bzw. Zwetschgen (oder doch mit k?) vom Herbst eingefroren hast. Darüber freue ich mich zum Beispiel immer ganz besonders. Ja, ich weiß, ich bin wahnsinnig leicht zu beeindrucken, aber ich bin stolz darauf!
  • Superfood: Hmmmm.... Das ist so eine Sache. Ich würde sagen, Superman würde Porridge auch ohne Chia-Samen und Co vertilgen und stark genug sein. Ich will mich in dieser Diskussion, ob das Super-Food nun hält, was es verspricht, oder nicht, aber auf keine Seite schlagen. Ich für mich muss sie nicht unbedingt im Vorratsschrank haben, aber ich bin der Meinung, wenn es einem schmeckt, dann kann es nicht verkehrt sein. Die Frage, die sich mir stellt, ist hauptsächlich jene der langen Transportwege und wie "pro Natur" das dann wieder ist. 
  • Kakao-Nibs: Schokolade galt früher bei den Azteken noch als Medizin! Das Wort "Schokolade" kommt von "Xocolatl", einem Getränk aus Wasser, Kakao, Chili und Vanille, welches als Allheilmittel galt. Erst nach und nach hat man begonnen, aus Kakao die Schokolade zu machen, die wir heute kennen - meist mit viel Zucker und Milchpulver. Der "echte" Kakao allerdings ist sogar gesund und kann/sollte ohne schlechtem Gewissen - in Maßen - genossen werden. Ein paar Kakao-Nibs oder ein Teelöffel gehackte, hochprozentige Schokolade im Porridge ist wirklich sehr lecker.

Herr im Himmel, wenn ich mich an jedem Punkt so lange aufhalte, kann ich den Eintrag gleich an einen Verlag schicken. 

3. Aus der Sicht der TCM: Seit ein paar Monaten interessiere ich mich verstärkt für die Traditionell Chinesische Medizin und die 5-Elemente-Ernährung. Ich sag euch, irgendwann wird doch noch eine Ernährungsberaterin aus mir! Deswegen möchte ich hier kurz erläutern, was die TCM in Bezug auf das warme Frühstück lehrt: 

Grundsätzlich gibt es in der TCM wärmende, kühlende und neutrale Lebensmittel. Ziel ist es, einen natürlichen Ausgleich im Körper zu schaffen und die Balance zu bewahren. Vollkorngetreide, also auch Haferflocken, zählen zu den neutralen Lebensmitteln, die eine natürliche Süße aufweisen und sehr bekömmlich sind. Bekömmlichkeit...Das ist ein sehr wichtiges Kriterium in der Ernährung nach der TCM. Welche Speisen und Lebensmittel sind bekömmlich? Hauptsächlich gekochte. Und was gibt es Besseres für den Körper, als ein paar Mal in der Woche ein richtig bekömmliches Energieboost-Frühstück zu bekommen?! Obst ist grundsätzlich in seinem rohen Zustand ein kühlendes Produkt, vor allem Südfrüchte, die schon vor ihrer eigentlichen Reifung geerntet werden. Deswegen wird geraten, auch das Obst vor dem Verzehr zu kochen (aber nicht ZERkochen), bzw. Kompott oder Mus daraus machen. 

Ich persönlich habe nun auch begonnen, die Äpfel, Birnen, Marillen, etc. und manchmal auch Karotten mit ins heiße Wasser für das Getreide zu geben, um sie kurz anzudünsten. So werden sie sogar noch süßer und viele Obstsorten verlieren so diese Säure, die sie in rohem Zustand oft aufweisen. 

Für all diejenigen, die abnehmen wollen, da sie wegen ihren großen Gelüsten nach Süßigkeiten (Zucker macht süchtig haben wir gelernt!) zu viel naschen und deswegen ein paar Kilos zu viel auf den Rippen haben, ist ein warmes Frühstück ein Wundermittel

Warum? Weil warmer Getreidebrei (Ich verwende hier nun bewusst Getreidebrei, da man das Getreide gerne variieren kann und soll, damit es nicht langweilig wird; versuch doch auch einmal Hirse, Polenta oder Vollkorngrieß) erstens langanhaltend sättigt und weil zweitens die natürliche Süße des Gerichts dem Heißhunger auf ungesunde Süßigkeiten den Garaus macht. Klar, nach dem ersten Versuch wird sich vielleicht nicht so wahnsinnig viel ändern, wichtig ist die Kontinuität - Der Körper ist ein Gewohnheitstier. Wobei, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute, die es nicht gewöhnt sind, warm zu frühstücken, nach 3 Esslöffeln pappsatt waren und bis auf Weiteres keinen Hunger mehr verspürten - Jeder Körper ist anders.  

4. Aus der Sicht des Ayurveda: Yoga und Ayurveda gehen quasi Hand in Hand. Ayurveda ist die alte indische Gesundheitslehre mit den drei Kräften Vata, Pitta und Kapha, in in uns ruhen und unsere Konstitution bestimmen (Ich bin unsicher; vielleicht sollte ich doch Ayurveda-Ernährungsberaterin werden? Oder alles zugleich??)

Hafer gilt auch im Ayurveda als "Kraftnahrung", welche viel Eiweiß (Muskeln, ihr dürft waaachsen!), Vitamine E und B und auch Biotin enthält. Letzteres dient der Gesundheit von Haut und Haaren (vermindert also über kurz oder lang die Morgenprozedur im Badezimmer!). Im Ayurveda wird, im Vergleich zur TCM, rohes Obst empfohlen; abhängig von deinem Konstitutionstyp. 

Auf was die indische Gesundheitslehre großen Wert legt, ist das lauwarme Glas Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft nach dem Aufstehen und etwa 30 Minuten vor dem Frühstück. Es kurbelt die Darmtätigkeit und somit die Verdauung durch einen Reflex des Magens an und belebt am frühen Morgen - im Vergleich zum Kaffee, der mehr Säure enthält als die Zitrone, denn diese wirkt basenbildend im Körper! 

Als Frühstücksempfehlungen finden wir auch hier Porridge, Dattel-Müsli und Milchbrei, allerdings sind einige davon mit Milch, bzw. Schlagobers zubereitet. Milch gilt als kleines "Lebenselixier", welches entgiftend, abführend und nervenberuhigend wirkt. Mir persönlich sind die Varianten mit Milchprodukten oftmals zu "üppig". Deswegen verwende ich für die Cremigkeit, bzw. wenn ich mein Porridge gerne "reichhaltiger" gestalten möchte, lieber Getreidemilch oder Wasser mit Nussmus. 

5. Pimp your Porridge mit Gewürzen! 

Ohne Gewürze wäre das kulinarische Dasein doch nur halb so schön. All diese kleinen Samen und Körnchen sind ja nicht nur wahnsinnig schön anzusehen und aromatisch, sondern beinhalten eine ganze Menge an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, von denen wir ÖsterreicherInnen erst relativ spät erfahren haben im Vergleich zum Orient, Asien und Amerika, wo schon Jahrhunderte, ach was red ich, Jahrtausende früher als hier bei uns mit Gewürzen gehandelt und gearbeitet wurde. 

Sie regen die Verdauung an, heizen uns ein und sorgen für einen wunderbaren Geschmack. Versuch doch mal, dein Porridge mit Zimt, Nelken, Kardamom, Vanille (bitte nicht die weiße oder gelbe verwenden und glauben, das sei Vanille, sondern die schwarze! Wusstest du, dass "Vanillin", also unser herkömmlicher "Vanillezucker", ein Abfallprodukt aus der industriellen Papierherstellung ist?), oder Kurkuma zu pimpen! It's pretty awesome. 

Und nun, raus aus den Federn und rein ins Porridge-Vergnügen! 

 

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