Weißt du, was ich in den Yogastunden meinen SchülerInnen stets versuche, zu vermitteln?

Dass es absolut nicht nötig ist, viel zu besitzen, um sich „reich“ zu fühlen. Fühle dich stets beschenkt, ohne glauben zu müssen, dass du dazu viel Geld brauchst, denn die „wahre“ Fülle steckt in dir, du kannst sie aus dir selber schöpfen.

Aber in Zeiten des Überflusses fällt es dann doch schwer, sich auf das Wesentliche zu besinnen und einfach einmal „Stop, es genügt!“ zu sagen.

Im letzten Beitrag habe ich bereits vom „Future of Meat-Forum“, welches im "Futurefood Studio" im 16. Bezirk in Wien stattgefunden hat, gesprochen, wo 3 Tage lang über die Zukunft des Fleisches diskutiert wurde.

Fünf konkrete Zukunftsszenarien wurden präsentiert. Zwei davon habe ich schon verraten und heute kommen nun zwei weitere!

Das nächste Szenario (Hier kannst du den ersten Bericht noch einmal nachlesen.) knüpft an meine einleitenden Worte an; und zwar an das bewusste Verzichten, da genug für alle da WÄRE.

Präsentation und Diskussion zu unserem Brainstorming

Präsentation und Diskussion zu unserem Brainstorming

3. Weniger Fleisch, dafür Bio

Industrie-Fleisch und die damit verbundene Grausamkeit dem Tier gegenüber würde es nicht mehr geben, sondern Fleisch, welches in der eigenen Umgebung, bzw. Stadt produziert wird, wird nur noch in kleinen Portionen verfügbar sein. Zudem wird es biologisch sein.

Wäre dies der optimale „Mittelweg“?

Kommen wir zuerst zu dem Punkt, dass es weniger Fleisch geben würde: Ich denke, wenn jeder, der Fleisch konsumiert, ein futzikleines Stück weit versucht, an manchen Stellen bewusst zu verzichten, würde sich SO viel verändern. Wir müssen nicht immer in diesen „Extremen“ leben, nein, es würde genügen, der Natur und der Tiere zuliebe ein Stück weit zurückzutreten. Was spricht dagegen, anstatt der Speckbohnen zu seinem Stück Fleisch eine Portion Bohnen OHNE Speck, dafür mit Gewürzen angebraten, zu verspeisen? Und warum muss man ein Cordon-Bleu zusätzlich mit Schinken vollstopfen (einmal ganz abgesehen von den Unmengen an ungesundem, daher unnötigem, Fett, die man dem Körper dadurch zuführt) – es reicht doch das Schnitzel, wenn es unbedingt Fleisch sein muss, ODER? Ganz abgesehen davon schmecken Kürbisschnitzel oder panierter Kohlrabi superlecker!

Biologisch soll es zusätzlich sein. Dies ist ein Thema, welches mir nicht nur beim Fleischkonsum wichtig erscheint, aber da es hier hauptsächlich um die Zukunft des Fleisches gehen soll, beschränke ich mich vorerst darauf.

Was mir immer wieder auffällt, ist, dass Leute (und ich spreche hier nun hauptsächlich von jenen in meinem Freundeskreis), die eigentlich Fleisch essen, wenn sie für sich alleine kochen, auf das Fleisch verzichten. Dialoge wie der folgende habe ich nicht nur einmal geführt:

„Fleisch esse ich eigentlich nur, wenn ich im Restaurant bin, oder wenn ich es zuhause bei der Mama bekomme, da genieße ich es schon, aber wenn ich alleine für mich koche, dann ist das meistens vegetarisch. Meist ist mir das Fleisch für mich selber zu teuer, denn wenn ich eines kaufe, dann nehme ich nur das biologische.“

„Und fehlt es dir, wenn du keines am Teller hast?“

„Nein, eigentlich nicht – lieber keines als eines, wo ich nicht weiß, wo es herkommt und welche Fleischreste ich vermutlich zu mir nehme.“

Gut, wenn es also weniger Fleisch und dafür in Bio-Qualität geben würde, wären die Menschen fast dazu verpflichtet, BEWUSSTER mit ihrer Nahrung umzugehen, es zu schätzen und nicht im Übermaß zu konsumieren. Denn hochwertiges Fleisch hat seinen Preis – im Vergleich zur Extrawurst, die doch absolut NICHTS beinhaltet, was der Körper wirklich braucht - ganz im Gegenteil – aber halt nicht ins Gewicht fällt, wenn man an sein Budget denkt.

In Folge kommt die berechtigte Frage auf: Gesund und teuer oder ungesund und billig?

In der heutigen Zeit ist vollwertiges und ausgewogenes Essen ein „Luxusgut“, ich weiß. Aber wenn man sich ein bisschen mehr damit auseinandersetzt, dann wird man merken, dass es nicht darauf ankommt, dass der Kühlschrank immer gesteckt voll ist, sondern man kommt auch mit weniger wertvollen Zutaten sehr gut über die Runden.

Zusammenfassend wäre also eine Option, dass wir alle Ökos werden und unsere Kühe und Schweine streicheln, bevor wir ihnen liebevoll das Messer in den Hals stechen. Ja, besser als nichts. Und bezüglich dem weniger: Selbst wenn der Durchschnitts-Österreicher seinen Fleischkonsum um die HÄLFTE reduzieren würde, würde er jährlich immer noch etwa 30 kg davon essen, das heißt, im Moment sind wir auf mehr als 60 kg Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch im Jahr. Ich bin richtig stolz auf unser Volk!

4. Labor-Fleisch

Wird es die Wissenschaft in naher Zukunft schaffen, ein leistbares in vitro“ Fleisch auf den Markt zu bringen? Wenn ja, aus was wird es bestehen? Labor-Fleisch stellt somit eine weitere mögliche Zukunftsperspektive von Fleisch dar. Dieses Lab-meat würde auf pflanzlichen Stoffen oder auf Stammzellen von herkömmlichen Proteinquellen basieren. Ich muss immer an einen Science-Fiction-Film denken, wenn ich über diese Option nachdenke. Aber solche Filme beinhalten immerhin auch eine ganze Menge Wirklichkeit...

Vielleicht hat der eine oder die andere LeserIn schon von dem niederländischen Forscher Mark Post gehört oder gelesen?! Er und sein Team haben den ersten „Kunstfleisch-Burger“ auf den Markt gebracht. Was im Moment noch ein bisschen zu teuer für den Otto-Normalverbraucher ist, soll in einigen Jahren dann eventuell Wirklichkeit werden: Fleisch, welches zwar in Massen, aber ohne Massentierhaltung, bzw. Soja und ähnlichen Ersatzprodukten hergestellt werden soll. Der Verbrauch von Wasser, Land und Energie soll durch die Zucht von diesem Stammzellen-Fleisch gesenkt werden.

„When real meat becomes similar labels as cigarette packages, like for instance „for this product an animal was agonized and killed.“ people will eventually buy the in-vitro meat.“ (Zitat Mark Post)

Vielleicht können wir bald alle selber mit Stammzellen unser eigenes Fleisch anbauen, direkt neben den Kräutern und dem Gemüse?! Wir sind mittlerweile schon so weit in der Wissenschaft und Technik, wir ersetzen ArbeiterInnen durch Maschinen, wir lassen Staubsaugerroboter durch unsere Wohnungen flitzen und wir entwickeln App's für so ziemlich alles und noch mehr da wäre dieser Gedanke des "in vitro" Fleisches doch eigentlich gar nicht mehr so absurd.

Was meinst du? 

Ich geb dir ein wenig Zeit zum Grübeln und melde mich nächste Woche wieder mit dem dritten und letzten Teil zum Thema "Die Zukunft des Fleisches", in dem ich das Geheimnis um das fünfte Zukunftsszenario lüften werde. :) 

 

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