Hast du schon einmal ein richtig saftiges Ponti-Schnitzel mit warmem Kartoffelsalat gespeist? Oder vielleicht Biccio-Sushi

Im heutigen dritten und letzten Teil meiner kleinen Fleisch-Trilogie (Hier Teil 1 und Teil 2 zum Nachlesen) verrate ich dir das letzte, mögliche Zukunftsszenario in Bezug auf die Zukunft des Fleisches, welches beim "Future of Meat"-Forum im "Futurefood-Studio" besprochen und diskutiert wurde. 

Alle VegetarierInnen und VeganerInnen werden nun wahrscheinlich Luftsprünge bei der Vorstellung machen, dass es künftig GAR KEIN Fleisch mehr geben soll. Dies ist das letzte, mögliche Szenario, welches ich mir bis zum Schluss aufgehoben habe. 

Warum? Na das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss.

Ok, bevor ich mich zu weit aus dem Fenster lehne und die FleischesserInnen unter der Leserschaft vergraule, schalte ich wieder einen Gang zurück. Ganz unvoreingenommen möchte ich nämlich versuchen, an dieses Thema heranzugehen. 

Wir stellen uns vor: Der Fleischkonsum wird eingestellt. Die Tiere dürfen ihr Leben leben, auf der Weide grasen, über Stock und über Stein hopsen, sich ohne Hintergedanken von uns streicheln lassen und bis ans Lebensende glücklich sein. 

So mach eine oder manch einer wird sich fragen: Und wozu das Ganze? Tiere sind zum Essen da. Ja, diese Meinung krallt sich leider schon über Generationen lang in unseren Köpfen fest, denn Tiere sind Nutzwesen und was sollen wir denn dann "Richtiges" essen, wenn wir kein Fleisch mehr konsumieren? Gemüse und Kartoffeln sind ja nur Beilagen! 

Ich denke, das Thema "Mangelernährung" in Bezug auf fleischlose Kost muss ich nicht aufrollen, oder? Ich hoffe, es ist klar und keiner Diskussion mehr nötig, dass man sich sehr gut vegetarisch und gleichzeitig AUSGEWOGEN ernähren kann. Der Otto-Normal-Fleischesser ernährt sich oftmals ungesünder als ein Max-Muster-Vegetarier. 

Was wäre, wenn es Pflanzen gäbe, auf denen Fleisch wächst? Fleisch, welches wieder nachwächst, wie die Blätter auf den Bäumen? 

Was wäre, wenn es Pflanzen gäbe, auf denen Fleisch wächst? Fleisch, welches wieder nachwächst, wie die Blätter auf den Bäumen? 

So einfach und vor allem realistisch ist es aber dann doch nicht, das Fleisch komplett vom Menüplan zu nehmen. Ich denke, hier muss man global denken. Ein Beispiel: Ich war im Sommer in Namibia - ein Land, welches zu einem Großteil aus Wüste besteht, wo kaum etwas wächst und die armen Leute - und hier spreche ich von WIRKLICHER Armut - würden ohne Fleisch nicht überleben. Wir kehren zurück nach Europa, wo alles im Überfluss vorhanden ist und wir so viel Fleisch konsumieren und auch wegschmeißen, dass Namibia wahrscheinlich ein Jahr lang überleben könnte. Was würden Länder wie diese ohne die Jagd machen? 

Was würde jedoch in Österreich passieren, wenn die Fleischproduktion eingestellt werden würde? Weniger Herzinfarkte durch übermäßig fettige Ernährung, das heißt, eine "gesündere Gesellschaft", weniger Müllansammlung bis hin zur "Revolution" der österreichischen Küche (So abwegig es klingen mag, ich hätte da schon so einige gute Ideen!). Nun werden die Fleischesser protestieren und sagen: "Ich ernähr mich bestimmt nicht von diesem Tofu-Zeugs." Ja, das wäre meiner Meinung nach auch die Voraussetzung. Tofu soll NICHT das Ersatzprodukt von Fleisch werden. Denn so würden unsere Umweltprobleme wieder von vorne starten, denn Soja-Anbau braucht auch viele Wasser- und Platzressourcen, bzw. eventuelle Pestizide oder Ähnliches. 

Nein, wir brauchen kein Fleisch-Ersatzprodukt. Wenn man sich bewusst gegen Fleisch entscheidet, dann muss man auch keine Vleisch-Laibchen essen, sondern kann sich knusprige Falafel machen...

...oder ein zu Beginn erwähntes "Ponti-Schnitzel".

Hää?

Bei der Diskussion um mögliche Ersatzprodukte wurde genau dieses Thema genauer erläutert: Der Mensch braucht irgendetwas "Bekanntes", etwas, das ihn das Altbewährte erinnert, um es besser annehmen zu können. In unserem Fall: das Fleisch. Was wäre nun, wenn man Tiere erfinden würde, die zum einen zwar an das gewohnte Schwein, etc. erinnern, aber zum anderen dennoch vegetarisch sind? Vegetarische Tiere sozusagen. 

Man kann diese Ideen weiterspinnen und weiterspinnen und weiterspinnen, was, nebenbei bemerkt, nicht nur die Max-Muster-Vegetarier machen, sondern auch Künstler! Und Designer! Und alle, die es noch werden wollen. 

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und wie wir alle wissen, macht diese vor allem in der Wissenschaft und Technik nicht halt. So abwegig diese Ideen klingen mögen, ich kann mir gut vorstellen, dass irgendeine Idee, mit der die Menschheit nicht rechnet im Moment, aus dem Boden sprießen wird. 

Nun ist es an der Zeit, noch einmal ein kleines Fazit zu ziehen, bevor ich meine kleine Berichtreihe beende. Welcher mein Favorit von den fünf Szenarien ist? 

Diese Frage ist richtig schwierig zu beantworten. Wie alles im Leben hat jedes seine Vor- und Nachteile. Insekten sind "Fleisch", verbrauchen aber weniger Ressourcen als Rinder und andere Säugetiere, nichts tun ist sowieso nie gut, wenn es um Optimierung einer Situation geht, weniger Fleisch, dafür Bio klingt sehr vielversprechend, da die Qualität und nicht die Quantität des Fleisches in den Vordergrund rückt, dennoch aber Tiere sterben müssen, "invitro"-Fleisch bedarf eines ausgeklügelten, wissenschaftlichen Systems, da es im Moment noch unleistbar ist und absolut kein Fleisch mehr würde heißen, Tier und Mensch leben glücklich nebeneinander, keiner tut dem anderen etwas zu Leide und wir suchen uns anderweitige Proteinquellen. 

WOW, WAS FÜR EIN LANGER SATZ! :-D Aber wie schon gesagt, es ist ja nicht so leicht. Wenn ich mich dennoch entscheiden müsste, würde ich sagen, man kann die Menschheit nicht überfordern und von 100 auf 0 zurückschrauben. Deswegen würde ich zuerst das Bewusstsein für weniger Fleisch in Bio-Qualität schaffen und irgendwann, Schritt für Schritt, den Fleischkonsum einstellen, was voraussetzt, dass auch für die Entwicklungsländer, die auf Fleisch quasi angewiesen sind, gesorgt ist. 

 

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