"Developing constructive, quality intercultural relationships can make life enriching and exciting to ourselves and to people around us."

In der ersten Hälfte der dritten Woche drehte sich alles rund um das Thema „Kultur“. Am Dienstag begann offiziell unser Uni-Programm: Business and Ethics und Intercultural Communication waren unsere ersten Fächer. Wir Mädls haben einen eigenen Raum für unsere Stunden – immer vormittags.

Zusätzlich war „Cultural Festival“ auf der Uni, wo wir am Mittwoch beim „Cuisine Day“ alles gegeben haben. Wir haben 5 Riesen-Apfelstrudel gebacken, die wir dann, traditionell in unseren Dirndln und Lederhosen, verkauft haben.

Wieder einmal ist mir bewusst geworden, dass Essen wirklich verbindet. In 2 großen Hallen haben sich Menschen aus aller Welt versammelt, um sich durch die Welt zu schlemmen. Neben den verschiedensten namibischen und afrikanischen Stämmen, war auch Indonesien, Korea, Russland, Spanien, Deutschland, China, etc. vertreten.

Namibia ist zweifelsohne das fleischlastigste Land, in dem ich je war – Österreich ist kaum eine Konkurrenz und das bedeutet sehr viel! Deswegen war ich bei den Russen und habe mich flüssig ernährt.

Nein, kleiner Scherz. Aber der Kaffee aus Äthiopien, der von den Damen frisch neben uns händisch geröstet wurde, war schon ein Highlight.

Ansonsten habe ich mir portugiesisches Puddigtörtchen, russische Teigdumplings und indonesisches, frittiertes Gemüse gegönnt. Aber ich habe das Durchschlendern und mit den Augen und der Nase genießen viel mehr zelebriert, muss ich ganz ehrlich sagen. Außerdem hatten wir wirklich tollen Austausch mit vielen verschiedenen Leuten. Sie sind alle so offen und interessiert, wo man herkommt und was man hier macht.

Wir waren eine richtige Attraktion auf dem Fest. Ich denke, ich werde nie wieder auf so vielen fremden Facebook-Profilen mit dem Untertitel „Me with the prettiest Austrian summer university students“, erscheinen, bei den vielen Fotos, auf denen wir gepost haben. Dirndl tragen war noch nie so spannend!

Unsere Strudel waren binnen einer Stunde ausverkauft, was uns ganz gelegen gekommen ist, da wir alle „relativ“ müde waren vom Vorabend: Wir sind ausgegangen mit den Leuten aus unserem Hostel. Es war Karaokenight in Windhoeks Fortgeh- Schuppen Nr.1.

Bei der "Strudelproduktion

Bei der "Strudelproduktion

Man munkelt, dass wir 4 Mal auf der Bühne gestanden haben. Euch verrate ich ausnahmsweise, dass wir zu Robbie Williams, den Backstreet Boys, Enrique Iglesias und Celine Dion aus vollen Lungen gegrölt haben. Wir wurden nicht von der Bühne geworfen-Uns wurde sogar zugejubelt! Toller Erfolg. Wird wohl nicht das letzte Mal für uns dort gewesen sein.

Der Abend war richtig, richtig lustig. Wir haben so viel getanzt. Gleichzeitig war es für mich so ungewohnt, als Blondie aus der Menge herauszustechen. Wahrscheinlich ist es gar nicht so schlimm, aber für mich fühlt es sich immer wieder ganz ungewohnt an.

Heiratsantrag hab ich keinen gekriegt, nur ein paar Einladungen auf diverse Farmen, Dates mit dem Cousin und Tequila mit Ananas.

Diese Woche hat mir mal wieder ganz deutlich gezeigt, warum es so wichtig ist, zu reisen und neue Kulturen kennenzulernen. Man lernt, die Dinge von vielen verschiedenen Seiten zu beleuchten und einen respektvollen Umgang mit den Menschen, egal, welcher Hautfarbe und Herkunft (Denn hier bin ich die weiße Ausländerin.). Die Leute hier treten einem freundlich und interessiert entgegen, wohingegen bei uns (in Europa) „Ausländer“ oftmals keine Bereicherung, sondern als Belastung abgestempelt werden.

Gut, zurück zu meiner Woche. Am Donnerstag hatten wir wieder Uni: Government and Politics und Media and Globalization.

Freitag holte uns der Bus um halb 6 Uhr morgens ab. Destination: Etosha Nationalpark. Zusammenfassen lässt sich das Wochenende mit einigen wenigen Worten: viiiiiel Busfahren (7 Stunden eine Strecke und 7 Stunden "Game Drive", also Safari in Etoshas Salzwüste), viiiiiele wilde, schöne Tiere (Giraffen, Elefanten, Löwen, Zebras, Springböcke, Nashörner, etc.) und Campen im Staub. Ich war vermutlich noch nie so staubig und dreckig wie an diesem Ausflug.

Außerdem hatten wir das beste Fernsehen aller Zeiten. Mit Wein und Chips am Wasserloch den Tieren greifbar nahe zu sein, war schon ein ganz besonderes Erlebnis.

Nächste Woche ist Halbzeit - Bin gespannt, was noch kommt! Ich hoffe, noch mehr Sonne und Wärme, doch die Zeichen stehen gut, ich habe sogar schon mit dem Gedanken gespielt, eine weitere Schicht zum Schlafen abzulegen.

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