WOW!!!

Woche 5. Ich war gerade selber ein bisschen schockiert.

Kennt ihr das Gefühl, wenn die Zeit so schnell vergeht, weil man so viel erlebt und es einem vorkommt wie gestern, dass man im Flugzeug gesessen hat (nur ein Beispiel) und gleichzeitig kommt es einem ewig vor, dass man seine Liebsten zuhause in den Arm genommen hat?

Ja, genauso geht es mir gerade. Im „Endspurt“ fällt es mir schon ein bisschen schwer, nicht allzu oft an Zuhause zu denken, denn die Abreise rückt immer näher. Dennoch genieße ich hier weiterhin jeden Moment und jede Erfahrung, die ich erlebe und versuche, alles so gut wie möglich in meinen Gedanken zu konservieren (meine Kamera ist nämlich in den Sand gefallen. :'( )

Windhoeks katholische Kirche

Windhoeks katholische Kirche

Unsere Woche hat, wie die letzte, sehr kulturell begonnen. Am Dienstag, nachdem uns unser Professor netterweise eine Stunde früher entlassen hat - „People, enjoy Namibia! We’ll see each other on Thursday!“ – haben wir endlich unser Sightseeing-Programm für Windhoek erledigt. Wir waren beim „Reiterdenkmal“ auf der „Alten Feste“, in der katholischen Kirche, die aussieht wie ein Lebkuchenhaus und dessen „Safeguard“ über die Bundesländer in Österreich Bescheid wusste (!) und im Nationalmuseum.

Namibia hat echt eine sehr „prägende“ Geschichte, die ich spannend finde. Ja, das aus meinem Munde, ich, die ja eigentlich mit Geschichte nicht sehr viel anfangen kann. Aber das war in der Tat ein sehr interessanter Museumsbesuch.

Das Nationalmuseum mit der Statue von Sam Nujoma - der erste Präsident Namibias und Gründer der Partei SWAPO.

Das Nationalmuseum mit der Statue von Sam Nujoma - der erste Präsident Namibias und Gründer der Partei SWAPO.

Ich gebs zu: Ich war sehr aufmerksam, weil ich mich schon so auf meine Belohnung gefreut habe: Ein eisgekühlter „Rock Shandy“ auf der „Rooftopbar“ des Museums – Rundblick und Sonnenbrand inklusive. Rock Shandy macht dem erfrischenden „Soda Zitron“ wahrlich Konkurrenz. Es ist ein Getränk aus Tonic Water und Sprudelwasser (nur mit spritzigem Mineralwasser für mich, frau hat schließlich ihre Extrawürste) und Angostura zubereitet wird.

Die nächste Bombe ging dann am Donnerstag nieder. Bereits am Vormittag teilte sich unsere Mädlsgruppe in 3 Teile. Für die einen ging es nach Lüderitz, für die anderen nach Sossusvlei und letztere, ich mitinbegriffen, hat noch einmal einen Trip nach Swakopmund geplant (mehr dazu später).

Wir holten unser nettes, kleines Leihauto, ein hübscher VW-Polo (leider kein Upgrade dieses Mal…) ab und freuten uns über die gewonnene Unabhängigkeit so sehr, dass wir uns sofort auf den Weg zu einem wunderschönen Sundowner über den Dächern Windhoeks machten. Danach schlemmten wir beim Inder (Wie sehr ich es vermisst habe!!!) und gingen dann noch auf Drinks in eine Bar.

Am Rückweg dann die versprochene „Bombe“: Wir waren, ganz unschuldig, auf der Straße unterwegs, als wir plötzlich ein parkendes Auto vor uns hatten – mitten auf der Straße. Wir blieben hinter ihm stehen und warteten, bis uns der Weg freigemacht wurde, als der Lenker auf einmal den Rückwärtsgang eingelegt hat und uns offenbar bewusst aufgefahren ist. Die Augen wurden groß im Auto.

Was soll das denn? Wir hatten einen Freund dabei, der sofort mit uns ausgestiegen ist und sich beinahe für uns Mädels geprügelt hätte. Gott sei Dank ist das Auto ganz gut davongekommen, denn der Fahrer hat sich schön gemütlich aus dem Staub gemacht. Wir, dumm wie wir waren, hatten zwar sein Kennzeichen, aber keine Nummer von der Polizei. Aber, frau muss sich nur zu helfen wissen – wir sind direkt zur Polizeistation gefahren. Ich sag euch, das war das erste Gebäude, das beheizt war – like! So makaber die Situation auch war, wir hatten mächtig Spaß mit den Polizisten! Leider haben wir aufs Selfie vergessen. Wir sind untröstlich.

Was für ein Abend! Ich weiß nicht, was das Ganze noch toppen kann! Ich werde meinen Kindern (und vielleicht adoptierten Schokobabies - Wir sind alle mächtig verliebt in diese!) noch davon erzählen!

Den Schock verdaut, haben wir uns am Freitag topmotiviert auf den Weg gemacht. Freitag war der 26. – ein sehr nennenswerter Tag, nicht nur für die Namibianer. Es war mein halber Geburtstag! Und „Heroes Day“ (fast vergleichbar. ;-)). Dieses Jahr sollte er in Walvish Bay stattfinden. Ich habe mich sooo gefreut, hinzufahren! Es sollten viele Einheimische und auch der Präsident anwesend sein, um die namibianische Unabhängigkeit zu feiern. Wir waren auch dort! Wir haben noch gesehen, wie die Sessel weggebracht wurden. Aber hey, wir waren dabei! Indirekt halt. War ein bisschen enttäuschend. Dafür habe ich am Strand angeschwemmte Quallen gesehen, die so groß waren, wie ich noch nie zuvor eine gesichtet habe.

Trost haben wir in einer echt tollen Pizzeria gefunden, die quadratische Pizzen macht und diese unter anderem mit Kürbis, karamellisierten Zwiebeln, Camembert, etc. belegt. Yummy!

Robben so weit das Auge reicht - Cape Cross

Robben so weit das Auge reicht - Cape Cross

Am Samstag ging es nach Cape Cross zu den Robben. Wieder ein Highlight. Eine Bucht voll mit Robben. So weit das Auge reicht, ich übertreibe nicht! Wie süß diese Tiere sind! Und was sie für einen Lärm machen! Als würden sie ständig rülpsen – wie süß! Ähm…

Das Wetter war, wie letzte Woche an der Küste, „mäßig“. Ein paar Sonnenminuten haben mich vor dem Tragen von Handschuhen bewahrt. Nicht so mein Klima dort. Aber die Landschaft war wieder unverwechselbar wunderschön. Was ich besonders bemerkenswert fand, waren die Nebelwolken, die scheinbar so nahe an uns vorbeigezogen sind, so, als könnte man sie berühren.

Robben-Schatten-Selfie

Robben-Schatten-Selfie

Eines der Highlights war für mich der Salzsee mitten in der Wüste, den wir am Weg nach Cape Cross entdeckt haben. Die Natur hält jeden Tag etwas Neues für uns parat.

Am Sonntag ging es dann wieder „nachhause“. Ja, Windhoek ist in der Tat schon ein kleines Zuhause geworden in der Zeit, vor allem nach dem Wochenende, wenn man wieder in die bekannte Umgebung kommt, wo das Wasser nur dann warm wird, wenn es Lust hat und es im Zimmer beachtlich frisch wird in der Nacht.

Nein, Spaß, ich fühle mich wirklich wohl, dennoch bleibt nun noch eine Woche übrig, und wir machen uns ernsthafte Sorgen, wie wir unseren Freizeitstress in den Griff bekommen sollen. Vor allem, weil ja am Donnerstag unsere „Zertifikatszeremonie“ auf der Uni stattfindet, wo wir unsere Portfolios abgeben und welches das Ende des Uniprogramms bedeutet – Portfolio, gutes Stichwort…Ich glaub, ich muss Schluss machen und mich darum kümmern.

Nächste Woche folgt dann die allerletzte Woche 6 – ich bin jetzt schon neugierig, was ich zu berichten habe!

 

Meine liebe Elli und ich. <3

Meine liebe Elli und ich. <3

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